Michael Singer

Die 10 wichtigsten Tipps bei öffentlichen Ausschreibungen und Aufträgen

Fällt die Entscheidung, sich um öffentliche Aufträge zu bemühen, steht sicherlich zunächst die Frage im Vordergrund: Wie beteilige ich mich möglichst erfolgreich an öffentlichen Ausschreibungen?.

Dafür und vor allem, um das Risiko eines eventuellen Angebotsausschlusses zu minimieren, gibt es zahlreiche Checklisten, was bei der Teilnahme an Ausschreibungen zu beachten ist. Stellvertretend verweise ich auf die Checkliste der Auftragsberatungsstellen.

In hohem Maße wichtig ist jedoch auch, für eine mögliche Preisprüfung vorzusorgen. Im Jahr 2015 wurden 2.584 öffentliche Aufträge und Zuwendungen mit einer Gesamtsumme von ca. 3,0 Mrd. Euro geprüft. In fast jedem dritten Fall ergab sich eine Rechnungskürzung aufgrund des Ergebnisses der Preisprüfung.

Das Wichtigste dabei ist, dass Sie bereits vor Abgabe des Angebotes wissen müssen, ob es bei diesem Auftrag eine Preisprüfung geben kann.

Warten Sie nicht, bis nach Abschluss des Auftrages eine Preisprüfung angekündigt wird, denn dann haben Sie nur noch sehr begrenzte Möglichkeiten, einer Rückzahlung zu entgehen.

Folgende Hinweise sollten Sie bei Ihren öffentlichen Aufträgen oder Forschungsprojekten deshalb auf jeden Fall beachten:

  1. Treffen Sie bei jeder Ausschreibung aufs Neue die Entscheidung, ob Sie anbieten wollen. Berücksichtigen Sie dabei sowohl Ihre Chancen als auch den Aufwand zur Angebotsabgabe, der Ihnen auch bei einer erfolgreichen Teilnahme nicht erstattet wird.
  2. Steigern Sie Ihre Chancen ggfs. mit einer Bietergemeinschaft oder einem Unterauftrag an einen sogenannten bevorzugten Bewerber.
  3. Studieren Sie Leistungsbeschreibung und Richtlinien genauestens auf Hinweise auf einen Selbstkostenfestpreis, Selbstkostenrichtpreis, Selbstkostenerstattungspreis und/oder eine mögliche Preisprüfung.
  4. Falls zutreffend, achten Sie bei der Vorkalkulation neben den besonderen Kalkulationsvorschriften des Auftraggebers vor allem auch auf eine Übereinstimmung mit den Vorschriften zum öffentlichen Preisrecht LSP und VO PR 30/53.
  5. Klären Sie mit dem Auftraggeber vor Angebotsabgabe die Auswirkung einer möglichen Erhöhung der Mehrwertsteuer auf die Auftragssumme.
  6. Prüfen Sie den Vertrag auf mögliche Hinweise und Klauseln und auf eventuelle Abweichungen zu Ihrem Angebot.
  7. Führen Sie von Anfang an ein laufendes Controlling und Preisprüfungs-Simulationen während der Projektlaufzeit durch.
  8. Erstellen Sie Zwischennachweise, die Anforderung von Abschlagszahlungen, Verwendungsnachweise und die Nachkalkulation erst dann, wenn Ihnen die Auswirkungen auf eine spätere Preisprüfung bewusst sind.
  9. Bereiten Sie die Unterlagen für die Preisprüfung umfassend und gründlich vor. Sie kann übrigens noch bis zu fünf Jahre (und in Einzelfällen noch länger) nach Auftragsende erfolgen.
  10. Scheuen Sie sich nicht, die Preisüberwachungsbehörde und den Preisprüfer vor dem Prüfungstermin um nähere Auskünfte oder Rat zu fragen, wenn Ihrerseits Unklarheiten bestehen.

Bei Berücksichtigung dieser Punkte haben Sie die besten Voraussetzungen für prüfsichere öffentliche Aufträge und Forschungsprojekte geschaffen.


Falls Sie sich selbst weiter informieren oder weiterbilden wollen:

  • Die Textausgabe der LSP und VO PR 30/53 finden Sie hier
  • Standard-Literatur:
    Ebisch/Gottschalk: Preise und Preisprüfungen bei öffentlichen Aufträgen
    8., neu bearbeitete Auflage, erschienen 2010, 722 Seiten,
    erhältlich in allen einschlägigen Buchhandlungen und im Internethandel

Michael SingerKontakt

Michael Singer Öffentliche Aufträge und Preisprüfung

Diplom-Betriebswirt (FH)
und zertifizierter Trainer
Öffentliche Aufträge + Preisprüfung
michael[at]singer-preispruefung.de
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